„All the Way to the River“ – Elizabeth Gilbert

Das Buch in einem Satz: Was wäre, wenn deine schönste Liebesgeschichte zu deinem schlimmsten Albtraum würde?

Lesenswert, weil diese Biografie ungeschönt und ehrlich Themen wie Liebe und Verlust, Sucht und Genesung, Trauer und Befreiung behandelt.

Für alle, die die Schreibweise von Eat, Pray, Love genossen haben und bereit für ernstere und dunklere Themen sind.

Lasst euch nicht täuschen. Diese Autobiografie hat nichts mit dem Buch „Eat, Pray, Love“ der Autorin zu tun. Sie ist weder aufbauend noch inspirierend. Es ist eine raue und brutal ehrliche Geschichte über zwei Süchtige, die sich innig liebten und sich gleichzeitig gegenseitig zerstörten.

Dies ist kein Buch, das angenehm zu lesen sein soll. Und es ist auch kein Buch über einen gesunden Menschen, der vernünftige Entscheidungen trifft. Dieses Buch handelt von Sucht. Eine Sucht, über die nicht viel gesprochen wird. Liebes- und Sexsucht und Co-Abhängigkeit. Eine Sucht, die dazu führen kann, dass man schlimme Entscheidungen trifft, genau wie bei jeder anderen Sucht auch. Und Elizabeth Gilbert erzählt das sehr deutlich. Sie sagt nicht, dass es richtig war, sie trivialisiert es nicht, sie beschönigt es nicht. Sie erzählt die Geschichte so, wie sie war.

Es ist ungewöhnlich, eine Geschichte über Sucht zu lesen, die weder fiktiv ist noch von einer dritten Person oder aus der Distanz der Zeit, aus einer älteren und weiseren Perspektive, geschrieben wurde, sondern von einer Person selbst, die noch immer mit ihrer Sucht kämpft. Das kann zuweilen verstörend wirken. Aber auch die Augen öffnen.

Ich finde, dieses Buch zeigt sehr gut, wie sehr eine Sucht das Leben eines Menschen beeinflussen kann, insbesondere wenn sie nicht erkannt und behandelt wird. Und ich finde es gut, dass Elizabeth Gilbert so offen darüber spricht und alle hässlichen Seiten davon zeigt.

Ein gelungenes Buch, was ich sehr empfehlen kann.
Eure Karo