„Unbeugsam wie die See“ – Emilia Hart

Das Buch in einem Satz: Lucy flieht zu ihrer entfremdeten Schwester und erfährt die Wahrheit über verschwiegene Dinge, während zwei Schwestern um 1800 während einer Überfahrt auf dem Schiff Unvorstellbares erleben.

Lesenswert, weil beide Erzählstränge wunderbar miteinander verknüpft sind und die Geschichte grandios erzählt wird.

Für alle, die „Die Insel des kleinen Gottes“ und „Die Meerjungfrau von Black Conch“ gerne gelesen haben.

Natürlich bin ich wieder einmal bei einem maritimen Buch schwach geworden – zum Glück! Dieser Roman hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich konnte wortwörtlich abtauchen in eine Geschichte voller Abgründe, Aberglaube und Mythos.

Es geht zunächst um Lucy, die im Schlaf ihren Exfreund würgt und zu ihrer entfremdeten Schwester nach Australien flieht. Doch Jess ist nicht da und natürlich liest nun die kleine Schwester das Tagebuch von ihr. Darin erfährt sie Dinge über Jess, die ihr ganzes bisheriges Leben in Frage stellen.

Parallel dazu wird die Geschichte von Mary und Eliza um 1800 erzählt, die von Irland nach Australien verbannt werden. Mit auf dem Schiff sind viele andere Frauen, die aus unterschiedlichsten Gründen – die aber meistens mit Männern zu tun haben – ihre Heimat verlassen. Während der monatelangen Überfahrt stellen nun Mary und Eliza körperliche Veränderungen an sich fest, die mich wirklich umgehauen haben.

Der Roman deutet vieles an, immer wieder wird von „dem Land unter den Wellen“ gesprochen und es gibt viele Anklänge an irischen Aberglauben und verschiedenste Mythen. Am Ende ergibt alles Unausgesprochene und nur Angedeutete natürlich einen Sinn mit einer wunderbaren Botschaft. Mich hat die Erzählstruktur sehr gepackt, denn während Lucy selbst erzählt, lesen wir über Jess in ihrem Tagebuch und begleiten Mary & Eliza unter Deck, wo sie den Wellen und Männern hilflos ausgeliefert – naja, beinahe hilflos! Aber mehr kann ich hier nicht verraten.

Viel Vergnügen wünscht euch
Eure Anja