„Mathilde und Marie“ – Torsten Woywod

Das Buch in einem Satz: Marie entflieht spontan ihrem hektischen Leben und landet in einem Bücherdorf (das es übrigens wirklich gibt), wo sie in eine verschrobene Dorfgemeinschaft hineinschlittert.

Lesenswert, weil das Buch mit so vielen Tipps zu mehr Achtsamkeit, guten Buchtipps und leckeren Rezepten gespickt ist.

Für alle, die „Der Club der Bücherfeen“ oder „Das Lavendelzimmer“ gern gelesen haben.

Gute Textstelle: „Manchmal ist eine zeitweise Rast notwendig, um zu einem neuen Kapitel zu kommen.“ S. 144

Man könnte einen Ratgeber lesen, wenn man gerade das Gefühl hat, es wird einem alles zu viel. Oder aber man liest diesen wunderbaren Roman, der zur eigenen Entschleunigung beiträgt und zudem auch noch Spaß macht.

Marie ist in ihrem Leben in Paris eingeklemmt zwischen ihrer kleinen Wohnung und ihren Jobs, und entflieht kopfüber mit dem nächstbesten Zug. Selbst noch ganz neben der Spur folgt sie spontan der Einladung von Jónína, sie in ein ganz kleines Dorf in den belgischen Ardennen zu begleiten. Dort angekommen, stellt Marie schnell fest, dass man Internet anscheinend doch nicht zum Überleben braucht und dass die ruhige Art von Jónína, die sich als eine der Buchhändlerinnen vor Ort entpuppt, ihr sehr entgegenkommt. Fernab der Schnelllebigkeit und des Lärms einer Großstadt entdeckt Marie die Natur in all ihren Facetten – genauso wie sie auch die Dorfbewohner:innen mehr und mehr kennenlernt. Erst in der zweiten Hälfte des Romans kommt die titelgebende Mathilde hinzu, die gemeinsam mit Marie wieder ihre Mitte und sich selbst wiederfindet.

Achtsamkeit ist hier das große Thema im Roman, und das spiegelt sich in der gewählten Sprache der Figuren, den Beschreibungen von Walnussbrot (ich musste direkt ein Rezept im Internet heraussuchen) und anderen Leckereien sowie in den wunderbaren Waldspaziergängen wider. Dieses Buch ist wie eine Auszeit aus dem stressigen Alltag und bildet eine Brücke, um nach einer Krise mit Büchern, gutem Essen und liebevollen Menschen wieder achtsam auf den Weg zurückzufinden.

Gute Reise wünscht euch
Eure Anja