„Der letzte Sommer der Tauben“ – Abbas Khider

Das Buch in einem Satz: Der 14-jährige Taubenzüchter Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche, während Kalifat-Helikopter über der Stadt kreisen und das Leben, was er kannte, langsam zerbricht.

Lesenswert, weil der Roman vom Leben in einer von Gewalt und Willkür bestimmten Gesellschaft erzählt.

Für alle. 🙂

In wenigen Sommerwochen entfaltet sich eine leise, erschütternde Geschichte. Sie spielt in einer namenlosen Stadt, in einem fremden Land. Bewaffnete Männer rufen ein Kalifat aus. Mit jeder Woche werden die Regeln strenger, die Strafen grausamer und öffentlich zur Abschreckung vollzogen.

Im Mittelpunkt steht Noah, vierzehn Jahre alt, Erzähler seiner eigenen Verlorenheit. Während die Welt um ihn herum zerbricht, findet er Halt bei seinen Tauben. Seine Stimme klingt jung, tastend, manchmal überfordert. Er versteht nicht mehr alles, verliert Freunde aus den Augen, klammert sich an kleine Momente der Hoffnung. Angst begleitet ihn fast täglich, doch in ihm regt sich auch Widerstand – still, fragil, aber vorhanden.

Die Geschichte erinnert an den Irak im Sommer 2014, bleibt jedoch bewusst zeitlos. Gerade diese Unbestimmtheit macht sie beklemmend aktuell und wiederholbar.

„Der letzte Sommer der Tauben“ erzählt mit poetischer Zurückhaltung eine große, schmerzhafte Realität – leise, eindringlich und lange nachhallend.

Vielen Dank an @hanserliteratur für das Leseexemplar 😍.

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