„Witches, Bitches, It-Girls“ – Rebekka Endler

Das Buch in einem Satz: Vollgepackt mit Beispielen und Geschichten von der Antike bis heute, zeigt Endler wie tief verwurzelt und verwoben das Patriarchat und seine Strukturen in unserer Gesellschaft und unserem Denken sind.

Lesenswert, weil die Autorin sich nicht zurückhält und kaum etwas unerwähnt lässt.

Für alle Feminist:innen, die nach neuen Argumentationsgrundlagen in alltäglichen Diskussionen suchen.

Lieblingsstelle: „Der Funke Hoffnung, der durchs Dunkle blitzt, er liegt im Kollektiv.“

„Witches, Bitches, It-Girls“ ist eine Spurensuche durch die Geschichte des Patriarchats. Rebekka Endler blickt dabei in jede dunkle Ecke und hebt den Vorhang, um tiefverwurzelte Glaubenssätze und Normen aufzubrechen. Und hingegen vieler feministischer Literatur vergisst Endler dabei nicht darauf aufmerksam zu machen, dass Feminismus intersektional ist und sein muss.

So erzählt sie beispielsweise von den eigentlichen Ursprüngen der MeToo Bewegung oder von der tatsächlichen Instrumentalisierung falscher Anschuldigungen gegen Schwarze Männer und deren tödliche Folgen.

Doch auch die Klassiker des Patriarchats lässt sie nicht aus. So analysiert sie die Hexenverfolgung, beleuchtet die wahren Geschichten hinter griechischen Mythen und klärt über diskriminierende Messwerte für Intelligenz und Überlegenheit oder die medialen Doppelstandards auf.

Zugegeben, die Tatsache, dass Endler wirklich kaum etwas unerwähnt zu lassen scheint, wirkt zuweilen beinahe ein bisschen überwältigend. Was dieses Buch aber definitiv schafft, ist, die Wut zu befeuern. Ich musste das Buch zeitweise echt zur Seite legen und erstmals tief durchatmen. Aber das ändert nichts an dem Wert dieses Buches.

Für mich eine klare Empfehlung und wertvoller Zündstoff für Veränderung.

Eure Karo