Das Buch in einem Satz: Als der Mörder ihrer Schwester aus dem Gefängnis entlassen wird, wartet Birdie schon mit einer Waffe auf ihn und folgt ihm.
Lesenswert, weil wir durch den Perspektivenwechsel immer mehr Birdie und gleichzeitig auch James verstehen.
Für alle, die dafür offen sind, dass nicht alles nur schwarz oder weiß sein kann.
Seit 18 Jahren wartet Birdie, verheiratet und Mutter zweier Kinder, darauf, dass der Mörder ihrer Schwester aus dem Gefängnis entlassen wird. Als es dann so weit ist, erwartet sie ihn und reist ihm in ihre gemeinsame Heimat nach – mit ihrer Waffe.
Doch so einfach das zunächst klingt, ist es natürlich nicht. Emma Stonex lässt uns durch die abwechselnde Erzählperspektive von Birdie und James mehr und mehr in die Vergangenheit eintauchen. Seine Aufzeichnungen aus dem Gefängnis und Birdies Sicht auf ihre Jugend und ihre Schwester zeigen auf, dass im Leben nicht immer alles so eindeutig ist, wie man oft meint.
James, der aus einer berüchtigten Trinkerfamilie mit mehreren kriminellen Brüdern stammt, kann ja nur selbst kriminell werden – obwohl er während des Prozesses niemals den Mord zugegeben hat. Doch Birdie, die ihre geliebte Schwester verloren hat, will endlich über ihre Trauer hinwegkommen.
In diesem ruhig erzählten, aber dafür spannungsgeladenen Roman geht es um viel mehr als bloß einen Mord, denn es kommen verdrängte Erinnerungen und Lügen hoch. Und genau das war es, was mich an diesem sehr atmosphärischen Buch so gefesselt hat: Die gemeinsame Vergangenheit von Birdie und James, die die beiden aber komplett unterschiedlich wahrgenommen haben.
Lasst euch auf diesen vermeintlich eindeutigen Roman ein
eure Anja