Alle, Belletristik · 13. Juli 2026 „Laute Nächte“ – Anne Freytag
Das Buch in einem Satz: Nach dem Tod seiner Freundin startet Kenni einen Neuanfang in einer WG, die sein Leben in unerwartete Bahnen lenkt.
Lesenswert, weil es ein Davor und ein Danach gibt und die Geschichte eigentlich ganz unaufgeregt daherkommt.
Für alle, denen „Blaues Wunder“ gefallen hat und die sich nun von einer wortgewaltigen Anne Freytag berauschen lassen möchten.
In einem Interview hat Anne Freytag erzählt, dass sie mit jedem Roman immer etwas Neues erzählen will. „Laute Nächte“ ist nun also ein ganz anderer Roman als „Blaues Wunder“, aber genauso mitreißend erzählt.
Wir lernen Kenni und gleichzeitig seine neuen WG-Mitbewohner:innen kennen, nachdem seine Freundin Jasmin gestorben ist. Mit Paul, Elil und Julia verbindet ihn Alltag und Zwischenmenschliches. Gerade die Gespräche in der Küche oder am Balkon, laut oder leise, mal quatschig-albern, mal an den Grundfesten rüttelnd, haben mich wie eine WG-Mitbewohnerin fühlen lassen. Zehn Jahre später, nachdem es laut zwischen zwei von ihnen geknallt hat, hat sich alles und nichts verändert.
Ich war vollkommen hingerissen von dieser wunderbaren Sprache, die es so in „Blaues Wunder“ nicht gibt und die mich manchmal bis ins Herz getroffen hat. Da heißt es zum Beispiel „Er war taub vor Herzschlag“ und man weiß ganz genau, wie sich Kenni in dem Moment fühlt. Die Trauer als Hintergrundgeräusch ist immer da, ohne dass permanent auf die Tränendrüse gedrückt wird. Gerade das Auseinandersetzen mit der rosaroten Vergangenheitsbrille und die vielen unaufgeregten Momente bei einer Tasse Kaffee mit Zigarette haben mir außerordentlich gut gefallen. Ich bin gespannt, womit Anne Freytag als nächstes aufwarten wird.
Eure Anja
Umfang:320
Preis:24,00 €
ISBN:978-3-311-1016-66
Verlag:Kampa Verlag
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