„Fünf Fremde“ – Romy Fölck

Das Buch in einem Satz: Auf der Insel Neuwerk kommen 5 Menschen zusammen, die in unterschiedlichster Weise mit einem Ereignis von vor 30 Jahren zu tun haben, und werden mit einem gefundenen Skelett konfrontiert.

Lesenswert, weil es nur eine kleine Insel ist, auf der man den Anderen nicht entkommen kann – übrigens auch nicht dem-/oder derjenigen, der/die sie zur Insel gelockt hat.

Für alle, die mal wieder einen klassischen Whodunit lesen möchten, der einen raus auf die stürmische Insel im Watt zieht.

Gerade der Schauplatz dieser kleinen Insel, die im Vorsatzpapier des wunderschönen Buches gezeichnet ist, auf der jeder jeden kennt und man Wind und Wetter ausgesetzt ist, hat mich geködert. Der Krimi wird von fünf Personen erzählt, die ihre ganz eigenen Gründe für ihre Reise nach Neuwerk bei Hamburg haben: Meteorologe Mats bekommt zum Beispiel eine E-Mail, in der er mit etwas aus seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Auf der Fähre ist er es dann auch, der sieht, wie jemand von Bord fällt. Die Nonne Charlotte folgt dem Brief ihrer alten Freundin. Diese ist die Mutter von Annika Lundt, einer Hamburger Polizistin, die allmählich ihre Sehkraft verliert. Allerdings ist sie es auch, die einspringt, als auf der Insel ein Skelett gefunden wird. Dieses Skelett ruft die Dämonen der Vergangenheit bei der Inselbevölkerung hervor, denn vor 30 Jahren verschwanden zwei Schüler aus dem Schullandheim.

Für versierte Krimileser:innen ist natürlich klar, dass die Geschehnisse von damals und heute miteinander zu tun haben. Dadurch, dass die fünf Figuren abwechselnd im heute und damals erzählen, wird Stück für Stück die Geschichte entfaltet. Die Spannung steigt! Und gerade, wenn man glaubt, man weiß, wo der Hund begraben liegt, gibt es die eine oder andere Wendung, die man nicht hat kommen sehen. Romy Fölck hat ein Händchen für eine tolle Atmosphäre. Gerade die Natur als gefährliche Protagonistin hat mich beim Lesen gepackt. Bei dieser Inselgeschichte braucht es nur einen Windhauch, um dem Gang der Geschichte eine andere Wendung zu geben.

Ein stürmisches Vergnügen
Eure Anja