Alle, Belletristik · 2. März 2026 „Alle glücklich“ – Kira Mohn
Das Buch in einem Satz: Ein Blick in das Innere einer scheinbar perfekten Familie, in der Nähe und Worte längst verloren gegangen sind.
Lesenswert, weil das Buch Themen wie Care-Arbeit, beruflichen Ehrgeiz auf Kosten der Familie sowie Probleme junger Menschen behandelt.
Für alle, die ein Buch suchen, das lange in Erinnerung bleibt.
„Alle glücklich“ war für mich kein Buch, das man „einfach liest“. Es war eher eines, das man gefühlt zwischendurch weglegen muss, weil sich plötzlich Dinge zu vertraut anfühlen.
Ich hatte ständig dieses leise Unbehagen im Bauch – nicht, weil etwas Schockierendes passiert, sondern weil alles so nah am echten Leben bleibt. Dieses ständige Funktionieren, das Schweigen, das Aneinander-Vorbeileben. Genau das hat mich getroffen. Es gibt so viele Momente, in denen man merkt: Eigentlich müsste jetzt jemand reden. Aber niemand tut es.
Ich habe mich dabei ertappt, wie ich innerlich Partei ergriffen habe, genervt war, Mitleid hatte, mich wiedererkannt habe… Manchmal alles gleichzeitig. Nina und Ben haben mich besonders beschäftigt. Nina – eine Mutter, die sich viel zu oft hintenangestellt hat und Ben – ein Junger Mann, der viel Einsamkeit in sich trägt und missverstanden wird.
Was ich mochte: Das Buch erklärt nichts, bewertet kaum und drängt einem keine Lösungen auf. Es zeigt einfach, was passiert, wenn Nähe und Kommunikation verloren gehen und jeder mit sich selbst beschäftigt ist. Das fühlt sich ehrlich an, aber manchmal auch unangenehm.
Der Schluss? Der hat mich ein bisschen ratlos zurückgelassen. Aber vielleicht musste es genauso enden. Nicht rund, nicht tröstend, sondern offen. Wie vieles im echten Leben eben auch.
Eure Wiki
Umfang:288
Preis:24,00 €
ISBN:978-3-365-0108-39
Verlag:HarperCollins Hardcover
Gleich
bestellen?
04161-9999700Shop

