„Swing high“ von Cornelia Franz

Hallo liebe Lesenden,

kennt Ihr die Swing-Heinis? Ich kannte sie nicht. Aber diese Gruppierung von Jugendlichen gab es in der Nazizeit tatsächlich – viele von Ihnen in Hamburg. Sie feierten den amerikanischen Lebensstil, den Jazz und den Swing. Sie tanzten, tranken und rauchten – egal, was die Weltpolitik gerade machte. Die zunächst unpolitische Szene wurde von den Nazis erst misstrauisch beäugt und nach Ausbruch des 2. Weltkrieges zusehends von der Gestapo festgesetzt und gefoltert. Die Schellack-Platten mit undeutscher Musik wurden zerstört und die Partys aufgelöst. Die Jugendlichen leisteten zivilen Ungehorsam, der vielen von ihnen das Leben kostete.

Die Autorin Cornelia Franz hat mit Swing High dieser Szene, die sich auf ihre Art dem Regime widersetzte, einen literarischen Ort gegeben. Aus Sicht des aus einer bürgerlichen Familie stammenden Henris erfahren wir die Geschichte von Fritz, Konrad, Inge, Eduard, Erika und dem Rest der Clique. Das Buch hat zwei Erzählstränge: Schwarz Seiten mit weißer Schrift, für ein Gespräch in völliger Dunkelheit im März 1941 zwischen Henri Winkler und Robert, einem Kommunisten, im Hauptquartier der Gestapo in Hamburg. Weiße Seiten mit schwarzer Schrift, die im August 1939 beginnen und sich auf den März 1941 zubewegen.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Geschichten noch nicht erzählt sind über diese dunkle Zeit in Europa, der wir leider ein Stück näher gekommen sind in den letzten Tagen. Und wie viele Arten des Widerstandes es in der Nazizeit gegeben hat.

Mein Fazit: ein großartiges Buch für jedes Alter – empfohlen wird es ab 14 Jahren.

Für die Mitlesenden unserer Jugendlesegruppe „Die Bücherdiebe“ gibt es das Buch als Leseexemplar. Vielen Dank an dieser Stelle an den Gerstenberg Verlag für das Leseexemplar.

Eure Tanja vom Team Schwarz auf Weiß

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